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Rohstoff Lein

Was hat die Fahrt ins Blaue mit Linolium zu tun und warum ist Lein gut für den Wald?
Gemeiner Lein (Linum usitatissimum) wird auch Saatlein oder Flachs genannt. Flachs leitet sich von „flechten" ab. Der Gemeine Lein ist eine einjährige Pflanze mit Wuchshöhen von 20 bis 100 cm. Die Blütenfarbe ist meist blau – selten weiß. Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 30 und 44 %. Hohe, unverzweigte Pflanzen werden unreif geerntet und zur Fasergewinnung genutzt. Niedrige und stark verzweigte Pflanzen dienen der Ölgewinnung.
 
Bedeutung und Verwendung von Faserlein (Flachs)
Die weltweite Produktion von Flachsfasern beträgt jährlich rund 2 Millionen Tonnen, was etwa 2 % des weltweiten Faseraufkommens entspricht. Flachs liefert Langfasern für Textilien (Marktanteil unter 1 %), Kurzfasern für Papier, Dämmstoffe, Formpressteile in der Autoindustrie, Verpackungsmaterial und Postermöbelfüllungen sowie Schäben (zerkleinerter Holzanteil) für Pressspanplatten und Tiereinstreu. Der durch die Verarbeitung entstehende Staub enthält Leinwachs, das in der Kosmetik und Pharmaindustrie Verwendung findet. Vorteile der Flachsfasern: sehr hohe Festigkeit / hohe Formbeständigkeit / aufgrund natürlicher Bitterstoffe resistent gegen Schädlingsbefall / geringe Wärmeleitfähigkeit / gutes Wasserbinde- und Brandver-halten / hohe Hitzebeständigkeit / verursacht keine Hautreizungen / gute Quell- und Saugfähigkeit Nachteile der Flachsfasern Uneinheitliche Faserlänge / uneinheitliche Faserfeinheit
 
Bedeutung und Verwendung von Öllein
Der Großteil wird industriell zu Farben, Lacken, Hydraulikflüssigkeiten, Schmierstoffen und Linoleum weiterverarbeitet. Der Vorteil dieser Pflanzenölprodukte ist die biologische Abbaubarkeit und die Unbedenklichkeit im Kontakt mit Wasser und Böden, z.B. bei der Verwendung als Motorsägenöl in der Forstwirtschaft.
 
Anbau
Faserlein wird hauptsächlich in China und Russland angebaut. China produziert 1,5mal so viel wie die gesamte EU. In Europa kommt der größte Teil aus Frankreich, erheblich kleinere Anteile kommen aus Belgien und den Niederlanden. In Deutschland und Österreich ist der Anbau bedeutungslos. Der Ölleinanbau ist hauptsächlich in Kanada, China und den USA.
 
Schon gewusst? Die ältesten Funde von Leinenstoffen stammen aus Ägypten und sind über 5000 Jahre alt. Im Mittelalter war Leinen neben Hanf und Wolle die einzige Textilfaser in Europa. Die Redewendung „Eine Fahrt ins Blaue machen" bezieht sich auf die groß- flächigen Leinfelder, die früher überwiegend im Allgäu zu finden waren.

Dorothea Bigos, 21.06.2010


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