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Rohstoff Raps

Raps ist nach Soja die zweitwichtigste Ölpflanze auf dem Weltmarkt. Die gelben Blüten prägen unsere Landschaft und der Samen füllt die Autotanks.
 
Raps (Brassica napus) ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Kreuzblüten-gewächse, zu der auch Senf und Kohl gehören. Raps ist eine ein- oder zweijährige Krautpflanze und wird bis 120 cm hoch. Es kommen sowohl Selbstbefruchtung als auch Fremdbefruchtung durch Bienen vor. Aus den Samen werden hauptsächlich  Rapsöl  und Rapskuchen  gewonnen.                                                                             
 
Bedeutung und Verwendung                                                                    
Seit den 1990er Jahren ist Raps nach Soja die Ölpflanze mit dem zweithöchsten Anteil am Weltmarkt. Die EU hat in ihrem Biokraftstoff-quotengesetz das Ziel formuliert, bis zum Jahr 2015 - 8 % des Energie-gehalts der für den Verkehr gebrauchten Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Als Rohstoff für die Erzeugung von Biodiesel wird in Europa ausschließlich Rapsöl verwendet, das auch ohne weitere Verarbeitung als Kraftstoff genutzt werden kann. Als Pressrückstand aus der Kaltpressung der Samen fällt Rapskuchen an. Er wird überwiegend als fett- und eiweißreiches Futtermittel für Schweine und Masthähnchen genutzt. Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind die Energiegewinnung durch Vergären in Biogasanlagen oder durch Verbrennen.
 
Anbau
An der globalen Ölsaatenproduktion hat Raps einen Anteil von ca. 10 Prozent. Deutschland ist mit 40 % der größte Rapsproduzent Europas und liegt weltweit an zweiter Stelle hinter China. In Deutschland hat sich innerhalb der letzten 15 Jahre die Anbaufläche auf 12 Prozent aller Ackerflächen verdoppelt. Die Schwerpunkte des Rapsanbaus liegen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In Mitteleuropa erfolgt die Aussaat im Herbst, die Ernte im darauf folgenden Frühsommer. Raps ist nicht selbstverträglich, d.h. ein abgeerntetes Rapsfeld sollte drei bis vier Jahre lang nicht mehr mit Raps bepflanzt werden, um ein vermehrtes Auftreten spezifischer Pflanzenkrankheiten und -schädlinge zu vermeiden.
 
Schon gewusst?
Aufgrund des bitteren Geschmacks der Erucasäure wurde Rapsöl meist als Lampenöl und nur selten als Speiseöl verwendet. 1974 ist es gelungen, eine erucasäurefreie Rapssorte (00-Raps) zu züchten. Seitdem wird Rapsöl auch gerne für Speisezwecke genutzt und ist ähnlich hochwertig wie Ölivenöl. Raps kann bei Wiederkäuern Blutarmut verursachen. Umweltverbände stehen der Biokraftstoffquote teilweise kritisch gegenüber, weil der steigende Bedarf an Biorohstoffen nicht regional erzeugt werden kann. Dies führt dazu, dass neue Ackerflächen erschlossen werden, natürliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen schrumpfen und die Preise für Nahrungs- und Futtermittel steigen.
 
 
 

Dorothea Bigos, 21.06.2010


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