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Rohstoff Leindotter

Eine Pflanze für den Kampf gegen Schmutz und Krebs.
 
Der gelbblühende Leindotter (Camelina sativa) war früher  gelb blühende Pflanze häufig als „Beikraut" in Leinäckern vorhanden, wodurch der Name „Leindotter" entstanden ist. Der Leindotter ist ein einjähriger Kreuzblütler mit Wuchshöhen von 30 bis 120 cm. Er blüht von Mai bis Juli und hat hell- bis dunkelgelbe, traubige Blütenstände. Nach der Selbst-befruchtung entstehen winzige birnenförmige Schötchen, die 8 bis 10 tiefgelbe bis rötliche ölhaltige Samen enthalten.
 
Bedeutung und Verwendung
Der hohe Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren macht Leindotter nicht nur als gesundes Speiseöl interessant, sondern auch für die industrielle Nutzung z.B. in der Lack- und Farbenindustrie, als kosmetische Öle, für Cremes, Seifen, Lotionen und als Lampenöl. Im Vergleich zum Öllein bringt Leindotter ca. 25 % mehr Ertrag pro Hektar. Inzwischen gibt es auch Ansätze, die Stengel nach der Ernte für die Herstellung von Papier zu verwenden. Leindotteröl ist zudem als Pflanzenöl-Kraftstoff einsetzbar und hat bei niedrigeren Temperaturen bessere Eigenschaften im Startverhalten als etwa Rapsöl. Die Nutzung ist allerdings nicht etabliert und wird derzeit erst in verschiedenen Forschungsprojekten getestet.
 
Anbau
Leindotter ist im Hinblick auf Klima und Boden besonders anspruchslos. Er gedeiht sowohl auf trockenen, sandigen Böden als auch auf Moorböden, die für kaum eine andere Ölfrucht in Betracht kommen. Ebenso hat er einen geringen Pflanzenschutzbedarf. Die Ernte kann einfach mit Mähdreschern erfolgen. Leindotter ist ideal für den gemischten Anbau mit anderen Kulturen (z.B. mit Erbse) und weist mit etwa 120 Tagen eine extrem kurze Vegetationsperiode auf, was ihn auch als Zwischen- oder Ersatzfrucht interessant macht. Zurzeit ist der Anbau von Leindotter in der EU äußerst gering. Schätzungen gehen dahin, dass die gesamte Anbaufläche etwa 40 ha beträgt.
 
Schon gewusst?
Leindotter ist eine in Süd- und Zentraleuropa beheimatete alte Kulturpflanze. Funde aus alten Keltensiedlungen belegen, dass das Leindotteröl damals das beliebteste Speiseöl war. Die Samen gehörten mit Lein und Weizen zur täglichen Ernährung und wurden dort vor allem bei der Herstellung von Brot oder Haferbrei verwendet. Im Mittelalter geriet der Anbau in Vergessenheit; heute hat er nur noch in Osteuropa eine gewisse Bedeutung. Leindotteröl besitzt einen sehr würzigen Geschmack und einen feinen Geruch nach frisch gemähtem Löwenzahn. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren in Leindotter entspricht etwa 1 zu 3. Untersuchungen ergaben, dass hohe Anteile von Omega-3-Fettsäuren das Wachstum von Krebszellen hemmen.

Dorothea Bigos, 21.06.2010


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