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Treibstoffe vom Acker

Auf den ersten Blick wirkt es vorbildlich: Zehn Prozent Agrokraftstoffanteil hat sich die EU-Kommission bis 2020 als Ziel gesetzt. Weg vom umweltschädlichen Erdöl, hin zu Mais, Soja, Raps oder Zuckerrohr.

Die Anbaufläche in den Industrieländern reicht für die Nachfrage nicht aus, daher werden diese Rohstoffe aus südlichen Ländern eingeführt. Ein lukratives Geschäft, könnte man meinen, da es vor allem Entwicklungsländern eine neue Devisenquelle bietet.

Zweifel an der Richtigkeit dieser Vorgehensweise kommen jedoch unweigerlich auf, wenn man sich vor Augen hält, dass es sich bei diesen Produkten um Lebensmittel handelt. Vor allem Mais ist in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel. Statt auf dem Tisch der Bedürftigen landet er (wie auch Soja) in den Fahrzeugtanks der westlichen Welt.

Regenwälder werden in großem Ausmaß für den Anbau von Monokulturen gerodet, aus denen Biotreibstoff gewonnen wird. Ansässigen Bauern wird ihre Lebensgrundlage entzogen, Landverteilungskonflikte, Landflucht und als Folge davon Übervölkerung der Städte sind das Ergebnis. Hinzu kommen Ausschreitungen aufgrund gestiegener Preise für im eigenen Land angebaute Lebensmittel. Monokulturen laugen auf Dauer den Boden aus, durch Brandrodungen kann es zu Erosionen kommen, es gelangen zudem große Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre.

Inzwischen warnen immer mehr Forscher auch vor den ökologischen Folgen dieses Vorgehens und sprechen sogar von einer neuen Umweltkatastrophe. Große Mengen an stickstoffhaltigem Dünger landen auf den riesigen Maisfeldern im Süden der USA und gelangen über die Flüsse ins Meer. Dort nimmt das Algenwachstum enorm zu und entzieht anderen Meeresbewohnern den Sauerstoff. Bereits jetzt weist ein Meeresgebiet von der Größe Hessens einen Sauerstoffgehalt von Null auf. Die Stickstoffdüngung wirkt sich auch negativ auf die Luft aus, da das klimaschädliche Lachgas entsteht. Sollte die Bundesregierung ihre Produktionspläne weiter verfolgen, könnte die eingesetzte Stickstoffmenge noch um ein Drittel ansteigen.

Weitere Details zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem Thema können Sie hier finden:
 

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,540573,00.html

http://www.regenwald.org/?OVRAW=biosprit&OVKEY=biosprit&OVMTC=standard&OVADID=40820141031&OVKWID=286670937531&OVCAMPGID=231805531&OVADGRPID=17319210919

http://www.regenwald.org/?OVRAW=biosprit&OVKEY=biosprit&OVMTC=standard&OVADID=40820141031&OVKWID=286670937531&OVCAMPGID=231805531&OVADGRPID=17319210919

http://www.regenwald.org/12fragen.php?id=34

http://www.regenwald.org/12fragen.php?id=34

http://www.upi-institut.de/biosprit.htm

http://www.upi-institut.de/biosprit.htm

Erika Weber, 01.05.2010


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