PRODUKTE AUS NACHWACHSENDEN ROHSTOFFEN • SUCHEN UND FINDEN!

Rohstoff Soja

Warum deutsche Schweine den Regenwald auffressen.
 
Die Sojabohne (Glycine max) gehört zu den Hülsenfrüchten wie z.B. die Gartenbohne. Die Sojabohne ist eine einjährige Pflanze, die buschförmig verzweigt und zwischen 50 und 200 cm rankend wächst. Die Bohne zeichnet sich durch hohen Eiweiß- und Ölgehalt aus. Keine andere Pflanze ist so reich an Proteinen = Eiweiß. Die unauffälligen, violett bis weißlichen Schmetterlingsblüten reifen zu kleinen Hülsen mit 1 - 4 gelben, weißen oder schwarzbraunen Samen. Daraus wird Öl und Sojalecithin gewonnen.
 
Bedeutung und Verwendung
Mit mehr als der Hälfte des weltweit produzierten Pflanzenöls ist Soja die bedeutendste Ölpflanze. Sie liegt vor Ölpalmen und Raps an der Spitze aller angebauten Ölsaaten. Die EU führt jedes Jahr etwa 40 Millionen Tonnen Sojarohstoffe ein. Ohne die Einfuhr von Sojaprodukten wäre der hohe Fleischkonsum in Europa nicht möglich. Doch nicht nur für Lebens- oder Futtermittel wird Soja verwendet, sondern auch für technische Öle, Lacke, Seifen, Schmiermittel und PVC-Stabilisatoren. Die Restmasse – der Sojakuchen, wird als Futtermittel und als Fleisch- oder Milchersatz (Tofu, Sojamilch) genutzt. Laut Schätzungen sind Sojarohstoffe an 20-30.000 Lebensmittelprodukten beteiligt – sei es direkt in Form verarbeiteter Zutaten oder indirekt über Futtermittel und Nährstoffe (z.B. Lecithine, diese erlauben das Vermischen von Fetten und Wasser und sind daher wichtig für Nahrungs- und Futtermittel).
 
Anbau
Die wichtigsten Erzeugerländer sind die USA, Brasilien und Argentinien. Die gesamte EU produziert ca. 1 % der Menge der USA. Hauptanbauländer innerhalb der EU sind Italien, Rumänien, Frankreich, Ungarn und Österreich. In Mitteleuropa spielt der Sojaanbau aus klimatischen Gründen kaum einen Rolle. Knapp 60 % der Welt-Sojaproduktion entfällt auf genetisch veränderte Pflanzen.
 
Schon gewusst?
In deutschen Massentierhaltungen gibt es mehr Tiere, als über heimisch angebaute Futtermittel ernährt werden können. Seit kein Tiermehl mehr verfüttert werden darf, ist Sojaschrot (grob gemahlene Sojabohnen) das wichtigste Futtermittel für Schweine, Hühner und Rinder. Soja wird z.B. in Südamerika auf riesigen Flächen angebaut, die ehemals von einzigartigen tropischen Regenwäldern bedeckt waren. Unsere Nutztiere fressen also buchstäblich den Regenwald auf! Eine Studie der Harvard-Universität in Boston belegt, dass der Konsum von Sojaprodukten Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Männern haben kann. Der Verzehr eines Soja-Produktes täglich kann bereits die Zahl der männlichen Spermien senken und zur Unfruchtbarkeit führen. Als Ursache für die Störungen werden die enthaltenen pflanzlichen Hormone vermutet.

Dorothea Bigos, 21.06.2010


<<< zurück