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Rohstoff Färberkamille

Wenn die Sonne vom Pullover scheint.
 
 
Färberkamille (Anthemis tinctoria) auch Hundskamille oder Ackerkamille genannt, aus der Gattung kamillenähnlicher Korbblütler mit rund 1000 Arten in Europa. Die Färberkamille ist eine zweijährige Pflanze mit verholzendem Wurzelstock. Im Gegensatz zur echten Kamille (Matricaria chamomilla) ist die goldgelbe Blüte innen nicht hohl, sondern markig-voll und ohne Duft. Die Blütezeit ist von Juni bis in den Spätherbst.
 
Bedeutung und Verwendung
Diese Färbepflanze wurde seit Jahrhunderten im handwerklichen Bereich genutzt. Obwohl mittlerweile auch industrielle Produktionsverfahren entwickelt und optimiert worden sind, wird sie derzeit noch nicht in großen Mengen verwendet. Für die Wiederbelebung des Färberpflanzenanbaus sprechen vor allem ökologische Gründe wie die geringere Allergenbelastung der Konsumenten, die Gewässerbelastung durch die Textilfärbung nimmt ab, umweltverträgliche landwirtschaftliche Produktion und Erhöhung der Artenvielfalt und Bereicherung der Kulturlandschaft.
 
 
Anbau
Der Anbau von Färberkamille ist relativ unproblematisch. Sie zeigt Toleranz bezüglich Bodenbeschaffenheit und Klima. Nur bei großer Feuchtigkeit neigt sie zu übermäßiger Bildung von Blättern auf Kosten der Blüten. Es sind weder Schädlinge noch Krankheiten bekannt, gelegentlich kann Falscher Mehltau auftreten.
 
Schon gewusst?
Mit Färberkamille färbte man früher Wolle und Leinen in ein kräftiges, warmes Gelb. Zur Farbstoffgewinnung wurden die Blütenköpfchen während der Blütezeit gesammelt und getrocknet. Welche Inhaltsstoffe der Pflanze färben, ist nicht bekannt. Die Färberkamille gehört zu den Beizenfarbstoffen, d.h. die Farbstoffe ziehen nicht direkt in die Faser ein, sondern brauchen Beizen wie z.B. Alaun als Brücke, um eine Verbindung zwischen Faser und Farbstoff herzustellen.

Dorothea Bigos, 21.06.2010


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